Lyrik - Die Welt der Gedichte

Die Lyrik stellt neben Epik und Dramatik die dritte literarische Gattung dar. Bereits die Babylonier oder die alten Chinesen schrieben lyrische Werke nieder. Mündliche Lyrik existierte bereits in der frühen Menschheitsgeschichte. Lyrische Werke werden häufig als Gedichte bezeichnet. Der Begriff Lyrik stammt aus dem antiken Griechenland. Dort wurden Dichtungen oftmals musikalisch von Zupfinstrumenten wie Leier oder Lyra begleitet, worauf die Bezeichnung Lyrik zurückgeht.

In lyrischen Werken wird häufig die Beziehung eines lyrischen Subjekts zur Wirklichkeit dargestellt. Der Dichter stellt dazu die persönlichen Gedanken und Gefühle jenes Subjekts dar. Diese weisen oft Parallelen zur Biografie des Autors auf, müssen dieser jedoch nicht unbedingt entsprechen.

Der Aufbau lyrischer Werke unterscheidet sich vielfältig von Werken der anderen beiden literarischen Gattungen. Die Texte sind in Versen verfasst und besitzen ein Versmaß. Oftmals reimen sie sich, sind rhythmisch und mit Musik verbunden. Als Ausdrucksmittel werden sprachliche Mittel wie Metaphern genutzt. Ebenso auffällig ist die mitunter nicht alltägliche Anordnung von Wörtern und Wortgruppen. Es gibt allerdings auch lyrische Werke, die diese Eigenschaften bewusst nicht aufweisen. In diesem Fall ist dann von „Anti-Gedichten“ die Rede. Von Werken der Epik und Dramatik unterscheiden sich Werke der Lyrik zudem durch ihre Kürze, ihre Ausdruckskraft sowie ihre Prägnanz.

Unter dem Begriff Lyrik wird eine Vielzahl unterschiedlichster Formen zusammengefasst. Beispielhaft seien hier Chansons, Gelegenheitsgedichte, Haikus, Klapphornverse oder Oden genannt. Auch Rap stellt eine Form lyrischer Literatur dar. Zudem werden mehrere Mischformen wie Romanzen oder Balladen unterschieden. Lyrische Werke, die keiner Form oder Mischform zugeordnet werden können, sind in offener Form verfasst.