Liebeslyrik

Liebeslyrik ist eine sehr alte Form der Poesie und bereits in der Antike bei Griechen und Römern und in der Bibel zu finden. Von den alten Indern zum Beispiel ist uns eine Sammlung von Gedichten über die Vielfalt der erotische Liebe und allen ihren geschlechtlichen Praktiken zwischen Mann und Frau bekannt.

Die Grenzen zwischen Liebesgedicht und Liebeslied waren seit je her fließend. So tritt die Liebeslyrik im Mittelalter in Form des Minnesangs in Erscheinung. In der Neuzeit war Liebeslyrik dann noch wesentlicher Bestandteil der kulturgeschichtlichen Epochen des Barock und vor allem der englischen und deutschen Romantik. In dieser älteren Liebeslyrik wurden bereits vielerlei Versmaße verwendet, eines der gebräuchlichsten Maße ist sicherlich der Jambus.

Da die Liebe schon immer ein beliebtes Thema für Klatsch und Tratsch bei Jung und Alt war, hielt die Liebeslyrik auch Einzug in das Volkslied und generierte viele einfache und deshalb sehr einprägsame Melodien. Dies mündete im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert vor allem in die Operette, wo es vor liebestollen lustigen Witwen und Weibern in Windsor und Dingsda und Anderswo nur so wimmelt. Dieser Trend setzte sich gewissermaßen fort und führte die Liebeslyrik über Jazz und Musical geradewegs in die populäre Musik der Gegenwart. Da Lyrik als solche heutzutage nur noch ein reines Nischendasein führt und sich mit vielen anderen Themen befasst, kommt die zeitgenössische Liebeslyrik seit Jahrzehnten im Prinzip nur noch in der Popmusik vor. Dort allerdings so inflationär, dass es zu einer außerordentlichen Banalisierung des Themas Liebe in der gegenwärtigen poetischen Verwertung geführt hat.