Lyrik des Barock

Die Epoche des Barock erstreckt sich über den Zeitraum von 1600 bis 1720. Man bezeichnet die Epoche auch als Zeitalter der Gegensätze. So wurde sie maßgeblich vom Machtwillen und Repräsentationsdrang des Absolutismus geprägt, gleichzeitig herrschten aber Ängste und Unsicherheiten wegen des 30-jährigen Krieges und der Pest. Außerdem war der Einfluss der Kirche sehr stark.

Die Gegensätze dieser Zeit zeigen sich auch in der Lyrik des Barocks. Die immer wiederkehrenden Motiven und Themen der Gedichte spiegeln das Lebensgefühl der Menschen wider.

Eines dieser Motive ist das "carpe diem"-Motiv, es ist der Aufruf dazu, das Leben und den Tag bewusst zu erleben und zu genießen. Ein weiteres ist das "memento mori"-Motiv, das das Todesbewusstsein und die Todessehnsucht thematisiert. Auch andere Themen der Gedichte zeigen die Antithetik (= Gegensätzlichzeit) der Epoche, wie zum Beispiel die Themen "Diesseits und Jenseits" und "Sein und Schein".

Die Gedichte orientieren sich an vorgegebenen Mustern und Regeln des hohen Stils, Kreativität und Abwechslung waren im Barock hingegen verpönt. Die Lyrik weist den anderen Epochen gegenüber bestimmte formale Charakteristika auf. Die normale Gedichtsform ist das Sonett. Es handelt sich hierbei in der Regel um ein Gedicht, das aus zwei Quartetten und im Folgenden zwei Terzetten besteht. Das Versmaß ist meist der Alexandriner, ein sechshebiger Jambus mit Zäsur.

Die Dichter des Barock waren an Ästhetik und Klängen interessiert. Das zeigt sich auch in ihrer Sprache, die von zahlreichen Stilmitteln durchdrungen ist. Besonders typisch sind Allegorien, Antithesen und Metaphern. Diese Stilmittel wurden verwendet, um Bilder zu erzeugen, die ihr Anliegen veranschaulichen.