Die Lyrik in der Romantik
Der Begriff Romantik beschreibt eine Epoche, die ungefähr von 1790 bis 1850 dauerte. Das Wort Romantik entspringt dem Begriff "in lingua romana", was übersetzt "in romanischer Sprache" heißt. Gemeint sind in romanischer Sprache verfasste Volkstexte, Erzählungen, Märchen, Liedtexte. Eher gefühlvolle Texte. Im Gegensatz dazu steht "in lingua latina", also "in lateinischer Sprache", denn alle offiziellen, administrativen und rechtlichen Dinge, also das ernste Leben, wurden in Latein verfasst.
Die französische Sprache hat dann für eine literarische Form den Begriff "Roman" erschaffen, weshalb mit dem Begriff bis heute meistens sehr viele Gefühle in Verbindung gebracht werden. Positive wie negative.
Das Zeitalter der Romantik brachte unendlich viele Gedichte, Märchen, Erzählungen, Liedtexte hervor, die vom Frischverliebtsein bis hin zur Todessehnsucht die ganze Gefühlspalette abhandelten. So steht die Romantik den Epochen des Klassizismus und der Antike konträr gegenüber. In der Romantik war alles eher verspielt, verschnörkelt mit fließenden, die Figur umspielenden Stoffen - und Blumenmuster auf allem. In Klassizismus und Antike waren die Dinge sachlicher, klarer, nüchterner, viel weniger verträumt.
Die romantische Lyrik war in ihrer Gefühlsintensität neu, so dass die Vorgeneration viel Verachtung zeigte und gegenüber Vertretern der romantischen Bewegung, besonders in der Dichtkunst, nur Häme äußerte. Das Ziel der romantischen Lyrik war es, die Tiefen der Seelen auszuloten, Abgründe aufzuzeigen und die menschlichen Fassaden abzubauen, doch erstmal nur im Freundeskreis. Das Mittelalter galt vielen Romantikern als Vorbild, wegen der religiösen Mystik und weil die Menschen noch einfacher lebten. Die Romantiker schreiben in Lyrik, Märchen und Geschichten über das Volk, nicht über die Herrscher.